Wenn es im Sommer sehr warm wird, heizen sich Städte schnell auf. Das liegt unter anderem an der engen Bebauung an vielen Orten. Daher ist es in der Stadtplanung sehr wichtig, die Auswirkungen von Hitze zu berücksichtigen.
Bremen und Bremerhaven entwickeln Projekte und Maßnahmen, um mit Hitze umzugehen. Dabei gehen die Maßnahmen zur Anpassung an die Hitzewellen Hand in Hand mit anderen Maßnahmen zur Klimaanpassung, wie z.B. Starkregen oder Hochwasser. Es geht vor allem darum den Effekt städtischer Wärmeinseln zu reduzieren, indem Oberflächen abgekühlt werden, Schatten geschaffen wird und die Luftzirkulation in den Städten verbessert wird.
Kurz gesagt: Ziel der modernen Stadtplanung ist es, Bremen und Bremerhaven im Umgang mit Extremwetterereignissen sicher aufzustellen und ihre Bürger:innen davor zu schützen.
Der Hitzeaktionsplan hat ein eigenes Handlungsfeld zur klimaangepassten Stadtentwicklung. Die dort festgelegten Maßnahmen haben das Ziel, Bremen und Bremerhaven langfristig an die Auswirkungen von Hitzewellen anzupassen. Diese Maßnahmen sind gleichzeitig Teil der Klimaanpassungsstrategie 2025.
Öffentliche Grünflächen sind wichtig für das Stadtklima, weil sie Schatten spenden und für Abkühlung sorgen. Gleichzeitig geraten Pflanzen und Bäume durch den Klimawandel zunehmend selbst unter Stress. Damit die Grünflächen diesem Stress standhalten und ihre Funktion als städtisches Grün weiterhin erfüllen können, wird die Pflege und Unterhaltung an die Auswirkungen des Klimawandels angepasst. Beispielsweise sollen künftig Pflanzen gewählt werden, die besser mit Hitze sowie Trockenheit zurechtkommen und die Bewässerung soll effizienter werden.
Stadtbäume spenden Schatten und kühlen durch Verdunstung des aufgenommenen Wassers die Umgebung ab. Außerdem speichern sie CO2 und tragen so zum Klimaschutz bei. Das Ziel ist es, die Zahl der Bäume in Bremen und Bremerhaven zu erhöhen. Ein Fokus liegt dabei auf den stark verdichteten Stadtteilen. Dafür werden passende Standort für Bäume gesucht, an denen auch Regenwasser zurückgehalten werden kann, um es für die Bewässerung der Bäume zu nutzen. Generell soll die Bewässerung der Bäume verbessert werden. Eine weitere Maßnahme ist, bei Neuanpflanzungen Bäume zu wählen, die mit Hitze und Trockenstress besser umgehen können.
Ziel ist es, einzelne öffentliche Plätze und Räume so umzubauen, dass sie sich weniger stark aufheizen. Die Aufenthaltsqualität auf diesen Flächen wird so verbessert und der öffentliche Raum wird dadurch attraktiver. Der Fokus liegt bei der Umgestaltung auf naturbasierten Lösungen (Verschattung, Begrünung, Entsiegelung, Regenrückhaltung).
Der Betrieb in öffentlichen Gebäuden, wie bspw. Schulen und Krankenhäusern, muss auch während Hitzewellen aufrechterhalten werden. Daher müssen diese Gebäude vor Hitze geschützt werden. Eine geeignete Sanierung sorgt dafür, dass sich die Räume im Sommer nicht stark aufheizen. Die Anpassung an Hitze in öffentlichen Gebäuden ist besonders wichtig, da sich häufig Risikogruppen in diesen Gebäuden aufhalten. Innerhalb dieser Maßnahme wird eine Priorisierung der Gebäude vorgenommen.
Häufig gibt es in Gewerbegebieten viele versiegelte Flächen, die sich stark aufheizen. Diese Wärme der kleinräumigen Wärmeinseln kann sich auch auf die angrenzenden Stadtgebiete auswirken. Gleichzeitig haben Gewerbegebiete ein großes Potenzial zur Anpassung an Hitze und den Klimawandel. So könnten Flachdächer beispielsweise als Gründächer genutzt werden. In Bremerhaven wird untersucht welche Gewerbegebiete wie stark von Hitze und Starkregen betroffen sind. Ein extra eingerichtetes Gewerbegebietsmanagement berät die Unternehmen in Bremerhaven zu Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel.
Die kommunale Bauleitplanung legt fest, wie sich Bremen und Bremerhaven in der Bebauung entwickeln sollen. Sie bestimmt deshalb auch, wo Grünflächen, Parks und Schneisen für Frischluft erhalten bleiben. Damit spielt die kommunale Bauleitplanung für den Hitzeschutz im Städtebau eine wichtige Rolle. Bremen und Bremerhaven haben jeweils ein eigenes kommunales Klimaanpassungsmanagement um den lokalen Bedürfnissen gerecht zu werden. Sie bringen die Belange des Hitzeschutzes mit in die Prozesse der kommunalen Bauleitplanung ein und achten darauf, dass bei Planungen ausreichend für Grünflächen, Verschattung und kühlende Wasserflächen gesorgt wird. Die Stadtklimaanalyse und der „Klimaanpassungscheck für die städtebauliche Planung“ gibt dafür eine Orientierung.
Für die Städte Bremen und Bremerhaven gibt es jeweils eine Stadtklimaanalyse. Stadtklimaanalysen sind ein langerprobtes Hilfsmittel um das Klima als wichtigen Aspekt in der städtebaulichen Planung einzubeziehen. Sie geben Informationen zur Bedeutung von Grünflächen, zu Wind- und Luftströmungen sowie zur Temperaturverteilung in den Städten.
Bremen
Bremerhaven
Bremen und Bremerhaven haben einen Klimaanpassungscheck 2.0: Leitfaden zur Integration der Klimaanpassungsbelange in die städtebauliche Planung entwickelt. Der Klimaanpassungscheck 2.0 gibt eine Orientierung bei städtebaulichen Planungen. Er enthält Fragen zu den Belangen des Hitzeschutzes und weiteren Themen der Klimaanpassung. Die Antworten zeigen den Planer:innen und der Verwaltung, wie stark die Planung Aspekte der Klimaanpassung berücksichtigt. Darüber hinaus enthält der Klimaanpassungscheck 2.0 Planungshinweise und Orientierungswerte für einzelne Klimaanpassungsbelange.