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Menschen mit chronischen Erkrankungen

Ausschnitt einer Blutdruckuntersuchung in der Armbeuge mit Manschette und Stethoskop

Der menschliche Körper ist in der Lage, seine Körpertemperatur selbst zu regulieren und konstant zu halten. Chronische Erkrankungen können diese Wärmeregulation erheblich beeinträchtigen. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen (z. B. COPD), Nierenerkrankungen, Diabetes oder neurologischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Parkinson sind besonders gefährdet.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Der Körper reagiert auf die Hitze mit der Erweiterung der Blutgefäße. Dadurch sinkt der Blutdruck, sodass Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen besonders Acht geben müssen. Die Einnahme blutdrucksenkender Medikamente verstärkt diesen Effekt. Bei einem kranken Herzen ist die Wärmeregulation für den Körper deutlich anstrengender. Es wird mehr Energie benötigt, übermäßige Wärme über die Haut abzugeben und so den Körper zu kühlen.

Atemwegserkrankungen

Durch Hitze und UV-Strahlung verschlechtert sich die Luftqualität. Die Konzentration von Schadstoffen wie Feinstaub oder Ozon in der Luft nimmt zu. Gleichzeitig kann Trockenstress dazu führen, dass sich die Beschaffenheit und das Freisetzen von Pollen verändert. All das reizt die Atemwege und belastet Menschen mit Atemwegserkrankungen an Hitzetagen zusätzlich.
Durch die verstärkte Belastung des gesamten Körpers muss auch die Lunge vermehrt Sauerstoff aufnehmen und Kohlenstoffdioxid abgeben. Das ist durch die Grunderkrankung an sich meist schon sehr eingeschränkt möglich.

Nierenerkrankungen

Bei Dialyse-Patient:innen ist die Urin-Produktion eingeschränkt oder nicht mehr vorhanden. Die Körperflüssigkeit wird also nicht über den Urin ausgeschieden, sondern über die Haut und durch die Dialyse. Allgemeine Empfehlungen zum Trinkverhalten gelten daher nicht für Menschen mit Nierenerkrankungen. Hier ist eine rechtzeitige Absprache mit dem dialysierenden Arzt notwendig.

Stoffwechselerkrankungen

Stoffwechselerkrankungen, wie z.B. Diabetes, können die Anpassung des Körpers an die Hitze einschränken. Das Schwitzen und die Wärmeabgabe durch Erweiterung der Blutgefäße funktionieren langsamer und schlechter als bei gesunden Menschen. Bei älteren Diabetes-Patient:innen kommt hinzu, dass das Durstgefühl nachlässt. Durch zu wenig Flüssigkeit erhöhen sich wiederum die Blutzuckerwerte.
Die Erweiterung der Blutgefäße führt außerdem dazu, dass sich das Insulin schneller als üblich im Körper verteilt. Dies kann eine Unterzuckerung zur Folge haben.

Neurologische Erkrankungen

Hitze kann bei Patient:innen mit einer neurologischen Erkrankung eine vorübergehende Verschlechterung der neurologischen Symptome auslösen. Eine neurologische Erkrankung kann oft dazu führen, dass Denken und Beweglichkeit eingeschränkt sind. Beides macht es schwieriger, sich an die Hitze anzupassen. Einige Medikamente zur Behandlung neurologischer Erkrankungen beeinträchtigen die Wärmeregulation des Körpers.

Tipps zum Hitzeschutz

Foto einer Ärztin, sitzend am Schreibtisch. Gegenüber sitzt ein:e Patient:in.

Zusätzlich zu unseren allgemeinen Tipps können Sie sich so vor Hitze schützen:

  • Sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis über Ihre Medikamente – einige müssen bei Hitze angepasst werden.
  • Achten Sie auf die richtige Lagerung Ihrer Medikamente und Ihrer medizinischen Technik.
  • Stimmen Sie Ihre Trinkmenge mit Ihre:r Ärzt:in ab.
  • Legen Sie Ihre Arzttermine möglichst nicht in die Mittags- oder Nachmittagszeit.
  • Achten Sie auf Symptome wie Atemnot, Herzklopfen, starke Erschöpfung oder Muskelschwäche.
  • Nutzen Sie gezielt Kühlhilfen, z. B. lauwarme Fußbäder, feuchte Handtücher oder Ventilatoren.
  • Herz-Kreislauf-Patient:innen: Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Blutdruck und häufiger als sonst.
  • Diabetiker:innen: Messen Sie Ihren Blutzucker häufiger.
  • Informieren Sie Nachbar:innen und Angehörige. Bitten Sie um Unterstützung bei alltäglichen Dingen, wie z. B. dem Einkauf oder Trinkerinnerungen.
Farbverlauf rot blau · Leo Lindl