Insbesondere Menschen, die in Städten leben, sind von langanhaltenden Hitzewellen betroffen denn Städte kühlen in der Nacht weniger ab. Auch das städtische Umland ist von Hitze betroffen, allerdings kühlen ländliche Umgebungen nachts schneller ab. Dieses Aufheizen der Städte wird als städtischer Wärmeinseleffekt bezeichnet. Was sind die Ursachen?
In Städten wie Bremen und Bremerhaven gibt es viel Bebauung und versiegelte Flächen: Straßen, Parkplätze, Gebäude usw. - überall hier heizen sich die Flächen durch die Sonneneinstrahlung auf und speichern diese Wärme. Nachts, wenn es kühler ist, wird die gespeicherte Wärme nur sehr langsam wieder abgegeben. Zusätzlich führt die dichte Bebauung in den Städten auch zu einer schlechteren Durchlüftung, sodass die kalte Luft aus der Umgebung schlechter in die Städte strömen kann. Selbst nachts oder bei einem Wetterumschwung kann die kalte Luft daher nur langsam für Abkühlung sorgen. Verstärkt wird der Effekt der städtischen Wärmeinsel dadurch, dass Niederschlag auf den versiegelten Flächen nicht versickern kann und direkt abgeleitet wird. Eine Abkühlung durch die Verdunstung des Niederschlags findet daher nicht statt.
Gleichzeitig gibt es in Städten in der Regel weniger Grün- und Wasserflächen als im Umland. Diese Flächen sorgen durch Verdunstung für einen kühlenden Effekt. Je kleiner der Anteil an Grün- und Wasserflächen in einem Stadtteil ist, desto geringer ist der abkühlende Effekt.
Im Vergleich zu anderen deutschen Städten haben Bremen und Bremerhaven durch die Weser bzw. die Lage an der Nordsee vergleichsweise hohe Anteile an Wasserflächen und sind vergleichsweise gut durchlüftet. Dennoch tritt in beiden Städten ein städtischer Wärmeinseleffekt auf.